Die Macht der unbewussten Wahrnehmung

 „Der erste Eindruck zählt!“ – wir alle kennen diese Lebensweisheit. Wie sehr das Unterbewusstsein unser Handeln beeinflusst ist jedoch meist nicht bekannt. Interessant, nicht nur für die Produktentwicklung …

Neuromarketing ist eine Disziplin, die sich immer mehr zu etablieren beginnt. Kein Wunder, bringt dieses doch endlich Licht in das menschliche (Konsum-)Verhalten und bietet konkrete Ansätze zum praktischen Umsetzen von Markenstrategien. Neu ist dabei auch der interdisziplinäre Ansatz: von der Hirnforschung über die Entwicklungspsychologie, die Kulturwissenschaften bis hin zur Marktforschung.

Eine fundamentale Erkenntnis ist die Funktionsweise der Wahrnehmung:

„Das menschliche Gehirn nimmt in der Sekunde 11 Millionen Bit an Informationen auf, davon werden aber nur 40 Bit (!) bewusst verarbeitet. Das heißt, nahezu 100% der erhaltenen Eindrücke bleiben unbewusst. Unglaublich, oder!“

Unsere fünf Sinne – sehen, fühlen, hören, riechen und schmecken – liefern dem Gehirn in jeder Sekunde eine Unmenge an Informationen: die Augen rund 10 Millionen Bit, die Haut rund 1 Million Bit, die Ohren rund 100.000 Bit, … Unschwer vorstellbar, dass die Verarbeitung dieser Datenfülle effiziente Mechanismen erfordert, um nicht zu kollabieren. Dafür stehen zwei Systeme zur Verfügung:

– Der Autopilot: Er verarbeitet die Eindrücke intuitiv und spontan. Emotionen und bereits erlernte Muster spielen dabei die Hauptrolle. Wie der Name richtig vermuten lässt, reagiert der Autopilot fast automatisch. Dieses System ist sehr schnell und erfordert wenig „Denk-“Aufwand. Nahezu 100% der Sinneseindrücke werden durch den Autopiloten verarbeitet!

– Der Pilot: Dieser verarbeitet die Eindrücke durch bewusste Entscheidungen. Denkarbeit ist naturgemäß aufwendiger, erfordert mehr Zeit und natürlich mehr Energie. All das widerspricht dem natürlichen Bestreben des Körpers, mit Energie sehr sorgsam umzugehen. Kein Wunder also, dass hier nur 40 Bit (!) der gesamten Sinneseindrücke verarbeitet werden!

Jetzt stellt sich unwillkürlich die Frage, wieso den rationalen Argumenten bei der Produktgestaltung soviel Aufmerksamkeit gewidmet wird, während die unbewussten Signale vielfach dem Zufall überlassen werden?

Fazit: Emotionen und kognitiv erlernte Muster spielen bei unseren Entscheidungen eine viel größere Rolle als bisher angenommen. Daher birgt gerade das stimmige Anknüpfen an diese bei der Optimierung von Erlebnisräumen so großes Potential!
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